MPU angeordnet — was jetzt zu tun ist
Wenn die Fahrerlaubnisbehörde eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) verlangt, löst das oft Unsicherheit aus. Wichtig zu wissen: Eine MPU ist keine Strafe, sondern eine Eignungsprüfung — und nicht jede Anordnung ist rechtmäßig.
Was ist die MPU?
Die MPU soll klären, ob jemand zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist. Sie wird von amtlich anerkannten Begutachtungsstellen durchgeführt und von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet, nicht von einem Gericht.
Wann eine MPU angeordnet wird
Typische Anlässe sind unter anderem:
- Alkohol im Straßenverkehr — insbesondere ab einer bestimmten Promillegrenze oder bei Wiederholung.
- Drogen am Steuer.
- Das Erreichen von acht Punkten im Fahreignungsregister.
- Bestimmte Straftaten oder wiederholte Auffälligkeiten, etwa Aggressionsdelikte im Verkehr.
Was ein Anwalt leistet — und was nicht
Hier ist eine klare Unterscheidung wichtig: Die Vorbereitung auf die MPU selbst übernehmen spezialisierte MPU-Beratungsstellen, die Untersuchung erfolgt bei der Begutachtungsstelle.
Der Anwalt für Verkehrsrecht setzt an anderer Stelle an: Er prüft, ob die Anordnung der MPU überhaupt rechtmäßig war, vertritt Sie im Verfahren um die Entziehung und Wiedererteilung der Fahrerlaubnis und gegenüber der Behörde. Nicht selten ist schon die Anordnung selbst angreifbar.
Fristen beachten
Die Behörde setzt eine Frist, innerhalb derer das Gutachten beizubringen ist. Lässt man diese Frist ungenutzt verstreichen, darf die Behörde auf die Nichteignung schließen — mit entsprechenden Folgen für die Fahrerlaubnis. Eine frühzeitige Prüfung ist daher entscheidend.
So gehen wir vor
- Prüfung der Anordnung — war die MPU rechtlich überhaupt zulässig?
- Einschätzung der weiteren Möglichkeiten und Fristen.
- Vertretung gegenüber der Fahrerlaubnisbehörde, bei Bedarf auch vor dem Verwaltungsgericht.
Fazit
Eine angeordnete MPU ist kein endgültiges Urteil über Ihre Fahreignung. Wer früh prüfen lässt, ob die Anordnung trägt, und die Fristen im Blick behält, hat die besten Karten.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für eine Einschätzung Ihres konkreten Falls vereinbaren Sie gern eine kostenlose Erstberatung.
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